Sonntag, 18. Februar 2018

Rückblick: Das große Heringsessen am Aschermittwoch 2018




Jahrelang traf sich Slow Food Bochum zum Beginn der Fastenzeit zum Bratheringsessen im Haus Wenzel in Herne-Sodingen (Klick hier). Seit die Wirtsleute diese historische Kneipe aber aus Altersgründen aufgaben, wurde auch diese Slow-Food-Tradition heimatlos. Jetzt hat das Convivium endlich eine hoffentlich nachhaltige Alternativlösung gefunden. Am gestrigen Aschermittwoch trafen sich zwölf hungrige Slowfoodies zum fröhlichen Heringsschmaus mit selbst hergestellten Spezialitäten in Katrin Manzkes Manufaktur im Glas.

 Gestartet wurde mit Monikas Reminiszenz an den venezianischen Karneval, Sarde in soar (wer’s nicht weiß: Sardinen gehören auch zur Gattung der Heringsfische, Rezept hier) mit Caponata (Rezept hier).

Dann kredenzte Peter seine Brandade Ruhrgebiet, einen Stampf aus Kartoffeln und Brathering (Rezept hier), garniert mit Roter Bete und Feldsalat. 

Bereits ein paar Tage zuvor hatte Katrin Salzheringe auf Rheinische Art mit Sahne, Äpfeln und Zwiebeln eingelegt (Rezept hier), die von selbst gerollten Rollmöpsen mit Gurken-Zwiebel-Kapern-Senf-Füllung begleitet wurden (Rezept hier). Um auch den letzten Hunger stillen, gab es noch Pellkartoffeln und Pumpernickel mit Butter. Zu trinken gab‘s Grauburgunder und Bernstein-Bier. 

 
 Zum Dessert hatte Wiebke Limetten-Pie (Rezept hier) und –crème gemacht.

Entspannter konnte der Karneval nicht beendet und die Fastenzeit nicht begonnen werden.

Katrin legte schon ein paar Tage zuvor

Heringe auf Rheinische Art ein

...und rollte Rollmöpse...

..mit Peter.

 Ebenso bereitete Monika Sarde in saor vor.

 Die Fastenzeit beginnt.

 Fröhliches Schmausen

Alles aufgegessen

Slow Food Bochum: weitblickende Frauen, betende Männer

Sarde in saor

Rollmöpse

 Hering Rheinische Art

Limetten-Pie

Kulinarischer Aschermittwoch

Donnerstag, 21. Dezember 2017

Rückblick: Weihnachtsfeier Andrè's Alte Fähre, 20.12.2017



Zur gemütlichen Weihnachtsfeier traf sich Slow Food Bochum am 20.12.2017 in „André’s Alter Fähre“ in Stiepel an der Ruhr. André Vordenbäumen vom Wittener Lokal „André’s 1726“ hat das traditionsreiche Ausflugslokal am Stiepeler Ruhrufer übernommen und in einjähriger Umbauzeit zu einem schmucken Landhaus mit durchaus anspruchsvoller Küche umgebaut. Seit Herbst 2017 hat es geöffnet, und so lag es auf der Hand, es einmal für Slow Food auszuprobieren. Spannend wird es zu sehen, wie das neue Konzept auch im Sommer funktioniert oder ob das Publikum an dieser pittoresken Stelle mit Aussicht auf Burg Blankenstein am gegenüberliegenden Ruhrufer nicht doch einen eher volkstümlichen Biergarten erwartet.





Mit dem Weihnachtsmenü waren die Slowfoodies weitgehend zufrieden. Nach einem Vorspeisenpotpourri, bestehend aus Salaten mit Gänsebrust und Rindfleisch und einigen Miniaturen im Glas, hatte jeder die Wahl zwischen

48 Stunden confierter Nacken vom Bunten Bentheimer / Gewürzjus / Rahmwirsing / Haselnussspätzle

Knusperschnitzel und  Ragout vom Hirsch / Topinambur / Rosenkohl / Birne

Gessingham Gänsebraten / Brust und Keule / Rotkraut / Kartoffelknödel / Safranbirne / Maronen



Zum Nachtisch gab es Waffeln mit Backpflaumen, Crème brulée, Mousse au chocolat und Orangenfilets.

Montag, 6. November 2017

Rückblick: Besuch im türkischen Restaurant "Gurme", 3.11.2017


Am Freitag, den 3.11.2017. besuchte Slow Food Bochum das türkische Restaurant „Gurme“ in Altenbochum auf der Wittener Straße. 15 Slowfoodies genossen die feine türkische Küche, die die Bruder Baris und Sabri Aslan anbieten. Als erstes gab es eine gemischte Vorspeisenplatte, die jeweils gemeinsam für 4 Personen serviert wurde. Das Hauptgericht konnte jeder à la carte wählen, und zum Schluss gab es wieder ein gemeinsames Dessert. Das bestand aus einer besonderen Spezialität: Blätterteigtaschen, die mit einer Pistaziencrème gefüllt waren.

Es war ein lockerer, geselliger Abend mit hervorragendem Essen, das dem prgrammatischen Namen des Restaurants alle Ehre machte. „Gurme“ ist nämlich die türkische Lehnwortvariante des französischen „Gourmet“.














Montag, 9. Oktober 2017

Rückblick: Kulinarische Lesung in der Buchhandlung Mirhoff & Fischer, 5.10.2017



„Das war aber eine schöne Veranstaltung!“ – So oder so ähnlich lauteten die spontanen Reaktionen der knapp 30 Zuhörer nach der literarischen Lesung in dem kleinen Ehrenfelder Buchladen. Und das mit Recht.

Nach der Begrüßung durch Johannes Fischer (re.) stellte Dieter Wagner (li.) kurz Geschichte und Philosophie von Slowfood vor. Dabei kritisierte er die nach Lebensmittelskandalen übliche öffentliche Debatte, die das Thema Lebensmittelproduktion auf das Thema Gesundheit reduziert. Diese kann, wie zuletzt der FIPRONIL-Skandal gezeigt hat, durch die großindustrielle Produktion nicht gewährleistet werden, obschon die Gesundheit der Verbraucher doch eine absolute Voraussetzung sein sollte.

Was aber in dieser öffentlichen Debatte viel zu kurz kommt, ist die Freude am leckeren Essen, die Neugier auf unbekannte Speisen, die sinnliche Lust beim Erfahren von Geschmackserlebnissen. Aber zum Glück gibt es wackere Verteidiger guter Esskultur – und etliche Schriftsteller gehören dazu.


An diesem Abend wurde aus drei Büchern vorgelesen und Veronika Nickl vom Bochumer Schauspielhaus machte dies auf bezaubernde Art. Sie zauberte das erotische Fluidum, das bei der Beschreibung von Geschmacksbeglückung durch Essen entstehen kann, wunderbar aus den Texten hervor. Aber der Reihe nach:

Nach der verbalen Begrüßung gab es zum Einstieg – sozusagen als „Prolog“ – regionale Tomaten mit Fleur de Sel, Pfeffer und mildem Olivenöl, angerichtet von Katrin und Dieter. Danach las Frau Nickl aus J. Ryan Stradals Roman „Die Geheimnisse der Küche des Mittleren Westens“, in dem die Tomate an einer Stelle eine nicht unwesentliche Rolle spielt.


Weiter ging es, um im Bild zu bleiben, mit der „Exposition“: Es gab leckere von Wiebke zubereitete vegetarische Lasagne mit Quinoa-Paste, Pilzen, Zucchini, Hüttenkäse, Spinat, Mozzarella & Parmesan. Auch dieses Gericht wird in dem Roman von J. Ryan Stradal erwähnt.

Nach genüsslichem kollektiven speisen folgte der nächste Text. Es war ein längerer Auszug aus dem Buch von Marie Ndiaye: „Die Chefin. Roman einer Köchin“. Die in dieser Erzählung enthaltene sinnliche (Essens-)Lust brachte Veronika Nickl ganz wunderbar rüber.

Dieser Textpassage folgte (und entsprach) – sozusagen als zentrales „Drama“ – eine ‚Herbstrolle‘, gefüllt mit Kürbis in Pflaumenchutney, fermentiertem Tofu, Glasnudeln, Koriander & Thai-Basilikum mit Habanero Sojadip. Gefertigt von Katrin und sehr lecker.

Der abschließende Text, den Frau Nickl las, stammte aus dem Roman von Kim Thúy „Der Geschmack der Sehnsucht“. Der Text endete mit einem vietnamesischen Kinderlied, das den Zuhöreren via Youtube auch akustisch zu Gehör gebracht wurde. Der Gesang leitete über zu einem schmackhaften von Dieter produzierten Dessert, das sozusagen den „Epilog“ darstellte. Es handelte sich um ein Birnen-Kaffee-Crumble mit Weißwein, Vanille, Birnenbrand, Honig & Kaffee.

Und weil der Abend sich so genussvoll gestaltete, zog er sich hin bis nach 23 Uhr. Wenn das kein gutes Zeichen ist…
 Text:Dieter Wagner. Fotos: Wiebke Rieck, Katrin Manzke