Dienstag, 2. August 2022

Arbeitsessen im Café Bistro Mara, Hattingen

Glückliche Slowfoodies im Café Mara

Am letzten Dienstag traf sich der INI-Kreis von Slow Food Bochum im Café Bistro Mara in Hattingen. Es gab die Veranstaltungsplanung für den Herbst zu besprechen. Wichtigster Termin im nächsten Halbjahr ist das gemeinsame Festmenü zum 30-jährigen Bestehen von Slow Food Deutschland der Convivien Bochum und Essen am 21.10.2002 in Wegermann’s Bio-Landhaus im Hattinger Wodantal, zu dem alle Interessierten herzlich eingeladen sind. Zu weiteren Infos und Anmeldung bitte hier klicken.

Weitere öffentliche Veranstaltungen sind die Offenen Treffs von Slow Food Bochum am 6.9. und am 6.12.2022 in der VHS Bochum, Raum053, 19 Uhr. Auch hierzu ist jeder Interessierte herzlich eingeladen. Die Teilnahme ist kostenlos. Informationen über weitere Veranstaltungen folgen.

Zugegebenermaßen verflüchtigte sich die Arbeitsatmosphäre sehr schnell, denn im Café Bistro Mara kann man sich einer wohligen Urlaubsstimmung kaum entziehen. Seit April 2022 betreiben Catena und Michelangelo Pintaudi das Restaurant in der idyllischen Fachwerk-Altstadt von Hattingen und bieten authentische sizilianische Küche und hausgemachte sizilianische Dolci an (für weitere Infos bitte zum Genussbereit-Bericht hier klicken) – also ein idealer Treff für passionierte Slowfoodies.


Für unser Arbeitsessen hatten Catena und Michelangelo ein typisches Menü von der süditalienischen Insel zusammengestellt, ein Reihe hübscher Vorspeisen und als Hauptgang Coniglio in Agrodolce, Kaninchen mit süßsaurem Gemüse, natürlich nach einem Rezept von Michelangelos Mutter. Weinbegleitung waren ein leichter Weißer von der Insel und ein mächtiger Roter aus dem norditalienischen Valpolicella. Zum Dessert gab’s Cannoli und Granita aus eigener Herstellung, als Absacker einen hausgemachten Orangecello, einen Likör wie der bekannte Limoncello, nur aus sizilianischen Orangen.

Michelangelo hatte für uns zwar einen Tisch innen eingedeckt, aber die gläsernen Außenwände waren aufgeklappt, und so drang der milde Sommerabend von der Außenterrasse zu uns herein – Hattingen ist das Sizilien des Ruhrgebiets.


Das sizilianische Slow Food Arbeitsessen
26.7.2022

Vorweg

Brot, Blätterteiggebäck, Oliven, Aufstrich


Vorspeisen

Couscous mit Gemüse


Sarde ripieni - Gebackene Sardinen


Rührei mit Salsiccia-Brät


Octopus-Salat mit süßsaurem Gemüse


Carpaccio mit mariniertem Fenchel


 Gebackener Blumenkohl


Diantha Bianco aus Grecanico und Malvasia Bianco
vom Weingut Carlo Pellegrini

Hauptgang

Kaninchen mit süßsaurem Gemüse


Valpolicella Ripasso Calssico Superiore
von der Azienda Agricola Cottini 

 
Dessert 

Espresso, Granita, Cannolo
 

Absacker

Hausgemachter Orangecello

Infos über Slow Food Bochum klick hier

Café Bistro Mara. Sankt-Georg-Straße 13, 45525 Hattingen. Tel. 02324/9213215. Do-Di 10-22 Uhr. Küche 12-14:30 Uhr und 17-22 Uhr. Mi Ruhetag. cafe-bistro-mara.de

Samstag, 25. Juni 2022

Arbeitsessen im Mahas, Recklinghausen


Bereits am 17. Juni 2022 besuchte der Ini-Kreis von Slow Food Bochum für sein monatliches Arbeitsessen auf Vorschlag von Jochen Hoss das Restaurant „Mahas“. Seit 2019 betreibt Maha Potthoff das kleine Juwel in der Recklinghäuser Altstadt. Maha ist gebürtige Libanesin und kam 1978 als Achtjährige mit ihrer Familie nach Deutschland, arbeitete nach einem Sprachstudium 25 Jahre bei der Sparkasse und entschloss sich 2019, sich selbstständig zu machen und das Restaurant zu eröffnen. Inspiriert durch die Rezepte ihrer Mutter, bietet sie mit ihren Köchinnen authentische libanesische Küche an.

Zur Einführung in die arabisch-levantinische Aromenwelt bestelltem wie die „Mesa für kleine und große Gesellschaften mit fünf kalten und vier warmen Mesa-Speisen für unsere siebenköpfige Gruppe. Neben den üblichen Getränken gab es dazu eine herb unsüße, hausgemachte Zitronenlimonade und zum Abschluss einen arabischen Mokka. Das Essen war eine wunderbare Erfahrung.

Mesa für kleine große Gesellschaften


Hausgemachte Zitronenlimonde mit Rosenwasser


Kalte Mesa-Speisen


Hummus
Kichererbsenpüree mit Sesam und andren gewürzen


Baba Ghanoush

Auberginenpüree mit Sesam

Laban

Arabischer Joghurt

Tabouleh
Couscous-Petersilien-Salat

Fattousch
Libanesischer Brotsalat



Warme Mesa-Speisen

Falafel
Frittierte Kichererbsenbällchen

Reis nach libanesischer Art
Gedämpfter Reis mit angebratenen Fadennudeln

Hähnchenfilet und Kartoffeln

in einer Koriander-Zitronen-Knoblauch-Marinade

Rinderhackfleisch-Fladen
in einer würzigen Sesamsauce



Mokka mit Lebkuchen


Restaurant Mahas. Löhrhofstraße 7. 45657 Recklinghausen. Tel 02361-9093730 . Di-Fr 17-23 Uhr, Sa & So 13-23 Uhr. Mo Ruhetag. https://mahas.online/

Dienstag, 28. Mai 2019

Rückblick: Menü rund um den Maibock bei Mario Kalweit.

Slow-Food-Menü im "La CUISINE. Mario Kalweit"

Eigentlich ist die Saison für Wildgerichte der Herbst. Doch junge, zwei Jahre alte Rehe werden schon im Mai gejagt, und so nennt man sie Maiböcke. Ihr Fleisch ist besonders zart und als in natürlicher Umgebung aufgewachsenes Wildbret von höchster ökologischer, gesundheitlicher und kulinarischer Qualität.

Zur Begrüßung auf der Terrasse
gab es Riesling Sekt vom Rheinhessischen Bio-Weingut Goldschmidt
mit Holunderblüten-Minze-Sirup...

 ... und Fingerfood vom Reh auf Pumpernickel

Nach dem großen Erfolg des Slow-Food-Menüs „Rund um die Tomate“ im Spätsommer des letzten Jahres (klick hier) richtete Mario Kalweit am 26. Mai 2019 in seinem Restaurant „La Cuisine“ (klick hier) in der Dortmunder Gartenstadt zum zweiten Mal für die Mitglieder von Slow Food Bochum und andere Gäste ein Menü rund um ein saisonales Produkt aus. Ergänzt wurde das Wildfleisch durch weitere jahreszeitliche Produkte. So kamen zusätzlich Mairübchen und Maischolle zum Einsatz. Ursprünglich war auch geplant, den Maiwirsing der Sorte „Bonner Advent“ mit zu verarbeiten. Diese Spezialität ist ein Passagier der Slow-Food-Arche des Geschmacks, die sie sich dem Erhalt vom Verschwinden bedrohter Gemüsesorten und anderer Lebensmittel widmet. Doch die wenigen Bauern, die im Bonner Raum diesen Wirsing anbauen, hatten unter der trockenen Witterung im Frühjahr zu leiden, dass Ende Mai kein Maiwirsing mehr zu bekommen war.


Wild-Lieferant Siggi Kunde
und seine Partnerin Sylvia Elsneyer

Dafür wurden Koch und Gäste mit besonders prächtigem Rehfleisch belohnt. Lieferant des Maibocks war Siggi Kunde, der im westfälischen Bocholt eine Farm für Wildfleisch betreibt (klick hier). Früher hatte er 600 Tiere in Gattern und Waldgebieten stehen und belieferte Sterne- und Fine-Dining-Restaurants in ganz NRW. Doch mittlerweile hat er den Bestand reduziert, nicht zuletzt, weil die Anzahl von gehobenen Restaurants zurückgeht und vor allem, weil durch Importe die Verbreitung von Wildfleisch inflationär zugenommen hat.

Hier wird gegessen, was auf den Tisch kommt!
Mario Kalweit und Slowfoodie Peter Krauskopf...


 ...der den Abend moderierte. Hier im Gespräch mit Siggi Kunde.

Mario Kalweit verarbeitete fast alle Teile de Maibocks: Keulen und Rücken, aber auch Herz und Leber. Heraus kam dabei ein variantenreiches Vier-Gänge-Menü, bei dem der Geschmack der saisonalen Produkte auf unterschiedlichste Art zur Geltung kam.



Das Menü rund um den Maibock


Ein Teller voll Maibock mit marinierter Mairübe
Rosa Scheiben aus der Rehkeule mit Haselnussöl * Rehleberparfait im Weinbeer-Pumpernickelmantel * Rehsülze * Rehterrine im Pancettamantel * Mairübensalat in Apfelvinaigrette, eingelegter Apfel * Pesto von Mairübenblättern
 
Weißwein
Auxerrois 2018 demeter
Weingut im Zwölberich - Nahe

Maischolle in Holunderblütenteig gebacken
mit Mairübenragout und Morchelsoße

Rotwein
Rioja LZ 2016
Tempranillo, Garnacha und Mazuelo Bio
Bodega Lanzaga, Rioja

Medaillon und Herzragout vom Maibock
mit Spargel in Blätterteig, Maibock-Hollandaise und gedünsteten Radieschen

Dessert
Sorbet von Limonadenkraut mit Erdbeersalat
und Salzkaramell-Schmand

Espresso und Streuselkuchen

Auxerrois im Glas

Text: Peter Krauskopf. Fotos: P. Krauskopf, Katrin Manzke (2)

Donnerstag, 16. Mai 2019

Rückschau: Kräuterwanderung auf dem Tippelsberg, 11.5.2019



Anke Roßmannek vom "Haldensalat" und die Slowfoodies

Am 11. Mai 2019 trafen sich etwa 17 Mitglieder von Slow Food Bochum und Freunde zu einer Kräuterwanderung über den Tippelsberg unter der sachkundigen Führung der Kräuterpädagogin Anke Roßmannek und des Umweltkünstlers und Insektenkenners Fedor Thadeusz von „Haldensalat“.

Aussicht vom Tippelsberg

Der Tippelsberg ist eine ehemalige Müllhalde im Bochumer Norden, die 2003 renaturiert wurde. Die Begrünung ist äußert aufwendig, zahlreiche Gehölze wurden gepflanzt und Kräuter und Gräser ausgesät, so dass es dort heute eine für das Ruhrgebiet einzigartige Artenvielfalt gibt. Der Tippelsberg ist mit 150 Metern eine der höchsten Erhebungen im Mittleren Ruhrgebiet und bietet eine fantastische, bei entsprechendem Wetter 80 km weite Aussicht bis nach Essen, Gelsenkirchen, Dortmund und mehr.

Am Ausflugstag machte der Eisheilige Mamertus seinem Namen alle Ehre. Es regnete zwar nicht, aber es war ziemlich frisch, so dass die Blütenpracht, die man Mitte Mai erwarten sollte, etwas zu wünschen übrig ließ. Und auch die zahlreichen Insekten, die sich sonst auf dem Tippelsberg tummeln, zogen es vor, in der Kältestarre zu verharren statt sich zu zeigen.

Dennoch konnten Anke und Fedor auf zahlreiche Attraktionen am Wegesrand hinweisen. Durch die Ausweisung des Tippelbergs als Naherholungsgebiet darf man alle Grünflächen betreten, aber genau das ist auch ein Grund, weshalb das Verzehren hier gesammelter Kräuter nicht empfehlenswert ist. Die Bedingungen sind zu unhygienisch.

So waren auch die kleinen Häppchen, Marmeladen, Gelees, Schnäpse und Tees, die Anke bei einem kleinen Picknick auf dem Gipfel des Tippelberges zu Verkostung anbot, nicht aus hier gesammelten Kräutern und Pflanzen hergestellt, sondern aus solchen aus ihrem Garten.

 Fedor Thadeusz erläutert die Insektenwelt

 Was kreucht denn da, was wächst denn da?

Pimpinelle

Gundermann, schmeckt gut in Schokolade getaucht

Wilder Salbei

 Wilde Erdbeeren

Anke erklärt die Nützlichkeit der Birke

Schneeball, entwickelt Beeren, die unreif giftig sind.

Und das sind Brennnesseln (auch lecker)

Raubspinne

 Glanzkäfer

Anke bereitet das Picknick vor

Allerlei Zubereitungen mit Kräutern,
allerdings aus dem eigenen Garten.

Stehparty zum Eisheiligen

Schlusswort auf dem Parkplatz 

Text: Peter Krauskopf, Fotos: Peter Krauskopf, Torsten Rieck, Katrin Manzke