Dienstag, 15. Mai 2012

Rückblick: Schnippeldisko vom Youth Food Movement in Bochum

Anke Klitzing (Slow Food Deutschland), Manfred Vorbrugg (Slow Food Mittleres Ruhrgebiet), Ursula Hudson (Vorstand Slow Food Deutschland),  Nadja Flohr-Spence (Youth Food Movement), Katrin Schwermer-Funke (Slow Food Düsseldorf)

Wam Kat, der Demo-Koch, hatte bestimmt schon härtere Einsätze als den gestern auf dem Hans-Schalla-Platz vor dem Bochumer Schauspielhaus. Eigentlich versorgt der 53-Jährige die Demonstranten der Friedens-, Antiatomkraft- und Antiglobalisierungsbewegung bei ihren Aktionen mit stärkenden Mahlzeiten. Doch auch die Schnippeldisko im Rahmen des n.a.t.u.r.-Festivals war nach seinem Geschmack, obwohl die friedliche Veranstaltung durch eine Kampagne von Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner angeregt war, die unlängst das unsinnige Wegwerfen von Lebensmitteln anprangerte. Veranstaltet wurde die Activity Happening vom Youth Food Movement, dem weltweiten Jugendnetzwerk der Genießer-Vereinigung Slow Food. 

Schnippeln vorm Schauspielhaus in Bochum

Den ganzen Nachmittag über trafen sich vielleicht 500 ernährungsbewusste Ökos und andere Natur-Freunde zum gemeinsamen Gemüseschnippeln, um gegen die allgemeine Lebensmittelverschwendung zu protestieren. In Supermärkten und bei Bauern waren Unmengen an Gemüse organisiert worden, die nach gängigen Vorstellungen nicht verkehrsfähige waren und eigentlich entsorgt werden sollten. Das wurde unter der Beschallung von DJ Dynamite aus Hamburg geschält, geputzt und geschnippelt, um dann zu einem leckeren Eintopf verkocht zu werden. Zum fröhlichen Sparschäler- und Pittermesser-Schwingen kamen auch Food-Promis wie Ursula Hudson von Slow Food Deutschland, Manfred Vorbrugg vom Slow Food Convivivium Mittleres Ruhrgebiet und der Bochumer Spitzenkoch Daniel „Herr. B.“ Birkner, und auch der WDR schickte die Familie Stiegen vorbei, die für eine „Servicezeit“-Reportage Slow-Food-Veranstaltungen besuchte.

Unmengen von Gemüse wurden verschnippelt

Bochums Spitzenkoch Daniel Birkner schnippelte mit

Slow Food-Vorstand Ursula Hudson

Dar´köchelt das Süppchen


Demo-Koch Wam Kat im Einsatz

Lecker lecker: Schnippelsüppchen



Sonntag, 13. Mai 2012

Rückschau: Kräuterspaziergang in Hattingen

Kräuterspaziergang mit Barbara Stöcker

Unter dem Motto „Gänseblümchen & Co.“ machten am 12. Mai 2012 ca. 20 Slowfoodies und Sympathisanten des Conviviums Mittleres Ruhrgebiet einen zweistündigen Kräuterspaziergang im Hattinger Hügelland. Barbara Stöcker, kräuterkundige Fachfrau und Inhaberin des Reformhauses Stöcker, zeigte bei kühlem, aber sonnigem Maiwetter die Vielfalt wild wachsender Kräuter in dem idyllischen Grüngebiet an der Bredenscheider Straße. Voller Begeisterung und mit unerschöpflichem Fachwissen stellte Frau Stöcker die Wildkräuter an ihrem natürlichen Standort vor, erklärte das Aussehen und die wichtigsten Merkmale zur richtigen Bestimmung und erläuterte die die Heilwirkung der und die Verwendung in der Küche. Denn die meisten Wildkräuter sind nicht nur wertvolle Heilpflanzen sondern auch schmackhafte Nahrungsmittel.

Ein WDR-Team begleitete den Kräuterspaziergang

Staunenswerte Kräuter

Zum Kräuterspaziergang hatte sich auch ein Team des WDR-Fernsehens eingestellt. Die Fachjournalistin und Dipl. Oecotrophologin Anja Tanas drehte einen Beitrag, in dem sich die die fünfköpfige Familie Stiegen dem Kräuterspaziergang anschließt und sich über die Aktionen von Slow Food informiert. Der Beitrag wird am 1. Juni 2012 in der „Servicezeit“ um 18.20 gesendet.

Sebastian und Jennifer Höhle vom Restaurant "Rosmarin"

Nach dem Kräuterspaziergang ging es ins Restaurant „Rosmarin“, ebenfalls in Hattingen. Der junge Koch Sebastian Höhle und seine charmante Frau Jennifer tischten ein frühlingshaftes Kräutermenü auf, das sie extra für die Slowfoodies kreiert hatten. Seit knapp drei Jahren betreibt das Ehepaar das elegante Restaurant zu Füßen des Hattinger Stadtwaldes. Ursprünglich hatte Sebastian Höhle Fleischer in der Bochumer Metzgerei Dönninghaus gelernt, stieg dann aber auf Koch um. Zusammen mit seiner Frau arbeitete er Hamburg und Köln, bevor er das „Rosmarin“ in Hattingen eröffnete. Darüber hinaus engagiert er sich, ähnlich wie der britische TV-Koch Jamie Oliver, in der Schulspeisung. In der Küche der benachbarten Realschule versucht er, den Schülern gesundes Essen nahe zu bringen.

Das Kräutermenü

Ravioli gefüllt mit Bärlauch

Maispoularde unter einer Kräuterkruste, dazu Gemüse und Kartoffel-Saltimbocca

Doradenfilet und Wildkräutersalat an Kresserisotto

Wildkräutersalat
  
Lavendelmousse mit Basilikumsorbet

Die Slowfoodies freuen sich über das Menü



Hier noch zwei Buchempfehlungen von Frau Stöcker:

1. Essbare Wildpflanzen, AT Verlag, Steffen Guido Fleischhauer-Jürgen Guthmann-Roland Spiegelberger, ISBN 978-3-03800-335-9
2. Gewürzkräuter, Sanoform Verlag, Birgit Cey-Kemper-Jürgen Weihofen, ISBN 3-925502-11-4.

Samstag, 5. Mai 2012

Einladung: Schnippeldisko auf dem festival n.a.t.u.r. in Bochum

Vom 11. bis zum 20. Mai findet in Bochum zum zweiten Mal das „festival n.a.t.u.r.“ statt. Der Name steht für “Natürliche Aesthetik Trifft Urbanen Raum“. Mit zahlreichen Aktionen und Veranstaltungen wie Ausstellungen, Vorträgen, Theateraufführungen und vor allen Dingen Partys will das Festival „ein Thema von globaler Wichtigkeit“ transportieren: „die nachhaltige, ökologische und natürliche Lebensführung und –gestaltung in einem der größten und von der Industrie geprägten Ballungszentren Europas, dem Ruhrgebiet“. Das Programm gibt es hier.
Ein Programmpunkt sei den Slowfoodies im Ruhrgebiet besonders ans Herz gelegt: das Activity Happening „Schnippeldisko mit dem Youth Food Movement“. Die Idee des Youth Food Movements entstand auf dem Internationalen Slow Food Kongress 2007 in Puebla, Mexiko. Heute ist das Netzwerk ein globaler Zusammenschluss von jungen Menschen die sich für gute, saubere und faire Lebensmittel für alle einsetzen.
Für die Schnippeldisko wird am Montag, den 14. Mai 2012 um 13 Uhr der Vorplatz des Schauspielhauses in die größte Küche Bochums umfunktioniert, in der aus krummem, knubbeligen oder zu kleinem Gemüse, das für eine gängige Vermarktung angeblich ungeeignet ist, eine leckere Suppe gekocht wird. Jeder, der vorbeikommen will, sollte Küchenmesser oder Sparschäler mitbringen um mitzuschnippeln und das ungewollte Gemüse vor der Mülltonne zu retten. Durch die Aktion soll auf die verloren gegangene Wertschätzung von Lebensmitteln aufmerksam gemacht werden. Dazu gibt es Feinstes von den Plattentellern immer hungriger DJs. Die Schnippeldisko läuft bis 20 Uhr. Nähere Infos gibt es hier.

Donnerstag, 26. April 2012

Einladung: Kräuterspaziergang rund um Hattingen, 12 Mai 2012

Unter dem Motto "Gänseblümchen & Co." lädt das Convivium Mittleres Ruhrgebiet am 12. Mai 2012 zu einem ca. zweistündigen Kräuterspaziergang im Hattinger Hügelland. Erleben Sie die Vielfalt wild wachsender Kräuter mitten im Ruhrgebiet. Gerade im Frühjahr und Frühsommer sprießen Sie reichlich aus dem Boden.

Barbera Stöcker, kräuterkundige Fachfrau und Inhaberin des Reformhauses Stöcker in Hattingen, wird uns auf einem 2-stündigen Spaziergang im Hattinger Hügelland die Kräuter an ihrem natürlichen Standort vorstellen. Sie wird das Aussehen und die wichtigsten Merkmale zur richtigen Bestimmung direkt am Kraut erklären und dabei auch auf mögliche Verwechselung eingehen.

Wir erfahren etwas über die Heilwirkung der Wildkräuter und über Ihre Verwendung in der Küche. Denn die meisten Wildkräuter sind nicht nur wertvolle Heilpflanzen sondern auch schmackhafte Nahrungsmittel. Sie enthalten viele Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente und sind eine Bereicherung in jeder Küche. Als Pesto, Salat oder Kräuterschaumsüppchen finden sich die Kräuter auf vielen Speisenkarten wieder.

Nach dem Kräuterspaziergang werden uns im Restaurant „Rosmarin“ das Ehepaar Jennifer und Sebastian Höhle mit einem speziellen für uns zusammengestellten Kräutermenü verwöhnen. Seit 2009 ist das Restaurant ein Geheimtipp in Hattingen für gute handwerkliche Küche. Die Speisekarte wechselt wöchentlich und jeden Monat neu gibt es das Rosmarin-Monatsmenü bestehend aus 4 Gängen.
Link zum Restaurant Rosmarin: www.rosmarin-hattingen.de

Zu genauen Infos über Zeit, Treffpunkt und Anmeldung bitte hier klicken.
Anmeldeschluss ist der 7. Mai 2012. Die Zahl der Teilnehmer ist begrenzt.

Sonntag, 11. März 2012

Rückblick: Traditionelles Brathering-Essen, 8. März 2012

Gemütliche Tafel im historischen Speisesaal

Am 8. März trafen sich 13 Slowfoodies des Conviviums Mittleres Ruhrgebiet bereits zum fünften Mal zum traditionellen Barthering-Essen in Haus Wenzel, Herne-Sodingen. Es wurde ein gemütlicher Abend in dem historischen Speisesaal der traditionsreichen Kneipe aus dem Jahr 1910. (Näheres über Haus Wenzel hier).Wirtin Helga Wenzel hatte sich mit ihrer hausgemachten Spezilalität wieder einmal übertroffen. Die süß-sauren Bratheringe mit Zwiebeln und Bratkartoffeln waren zusammen einem Bierchen eine solide Grundlage für die zwanglosen Plaudereien der Slowfoodies. Besonders gut mundete das neue Moritz Fiege Bernstein, das auch Nicht-Bier-Freunden schmeckte.

Garantierte slowen Genuss:
hausgemachter Brathering von Helga Wenzel

Auch Skeptiker waren überzeugt

Das Heringsgericht tagt.

Um weitere Bilder zusehen, auf "Weitere Informationen" klicken.

Freitag, 2. März 2012

Rückblick: Riesling-Blindverkostung der Convivien

Am Mittwoch, den 29.2.2012, fand die erste gemeinsame Wein-Verkostung der Slow-Food-Convivien statt. Motto: Die Vielfalt des deutschen Rieslings. Gleichzeitig trafen sich die Mitglieder von 12 Ortsvereinen der Genießer-Vereinigung, um sechs Rieslinge des Jahrgangs 2010 aus verschiedenen Anbaugebieten im Rahmen einer Blindverkostung zu testen. Im Ruhrgebiet nahmen die Convivien Mittleres Ruhrgebiet und Essen teil. Jeder Tester konnte auf die sechs Weine insgesamt sechs Punkte verteilen. Zudem war es möglich, die Weine mit beschreibenden Adjektiven zu charakterisieren. Per Internet wurden die Ergebnisse ausgetauscht, so dass bereits am Ende des Abends das Ergebnis feststand.

Zwangloser Weintest beim "Aromafänger"

Die Mitglieder des Conviviums Mittleres Ruhrgebiet trafen sich im Ladenlokal des SF-Förderers „Aromafänger“ in Bochum-Langendreer. Die WAZ berichtete über den spannenden und genussreichen Abend in einer schönen Reportage (klick hier). Die Bewertungen der Bochumer Weinliebhaber deckten sich weitgehend mit dem Gesamtergebnis aller Convivien. Doch bei zwei Weinen schieden sich die Geister: Während die Bochumer Tester den Mosel-Riesling Lehmener Würzlay von Uwe Weber auf Platz 2 setzten, landete er in der Gesamtwertung auf dem letzten Platz. Im Gegenschluss kam der Platz 6 der Bochumer, der sächsische Riesling vom Weingut „Drei Herren“ in Radebeul, in der Gesamtwertung auf Platz 2.
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Blindprobe: Die Etiketten waren abgeklebt


Hier das Ergebnis vom Slow-Food-Convivium Mittleres Ruhrgebiet:

  1. Platz: Rheinhessen: Thörle, Saulheimer Riesling Kalkstein trocken, 9.50 € (Mittleres Ruhrgebiet 23 Punkte, gesamt 242). Beschreibung: fruchtig, mineralig, kräftig.
  2. Platz: Mosel: Uwe Weber, Lehmener Würzlay Riesling Selection, 9.50 € (Mittleres Ruhrgebiet 11 Punkte, gesamt 84). Beschreibung: bitter, Grapefruit
  3. Platz: Baden: Ewald Kopp, Klostergut Fremersberg Feigenwäldchen Riesling Kabinett, 12.50 €  (Mittleres Ruhrgebiet  11 Punkte, gesamt 235). Beschreibung: frisch, spritzig, ausgewogen
  4. Platz: Rheingau: Graf von Kanitz, Lorcher Pfaffenwiese Riesling Kabinett trocken , 8.40 €(Mittleres Ruhrgebiet  9 Punkte, gesamt 206). Beschreibung: fruchtig, mineralisch, ausgewogen
  5. Platz: Pfalz: von Winning, Win Win Riesling QbA trocken, 10.00 €.  (Mittleres Ruhrgebiet  7 Punkte, gesamt 94). Beschreibung: spritzig, mineralisch, säurebetont
  6. Platz: Sachsen: Drei Herren, Riesling QbA trocknen, 12.00 €  (Mittleres Ruhrgebiet  5 Punkte, gesamt 235). Beschreibung: stahlig, fruchtig, ausgewogen
Gemeinsame Auswertung im Internet

Riesling im Glas

Genaue Prüfung


Rückblick: Besuch im Niggemann Food Frischemarkt

Geschäftsführer Rainer Altendeitering präsentierte mit seinen Mitarbeitern den Slowfoodies den Gastro-Großhandel.

Am letzten Montag konnten die Mitglieder des Slow-Food-Conviviums Mittleres Ruhrgebiet einen „echt coolen“ Arbeitsplatz in Bochum besichtigen. Cool war es in vielerlei Hinsicht. Erstens duften die Slowfoodies hinter die Kulissen der Gastronomie sehen, denn in dem Großhandel dürfen nur gewerblich arbeitende Gastronomen und keine Endverbraucher einkaufen. Zweitens wurde die Markthalle im Jahr 2010 nach modernsten architektonischen und marketingtechnischen Erkenntnissen vollständig umgestaltet. Und drittens handelt es sich dabei um einen riesigen beghbaren Kühlschrank, denn die Hallen sind auf Kühlschranktemperatur herunter gekühlt, um eine optimale Frische der angebotenen Produkte zu garantieren.

Das Familienunternehmen Niggemann besteht bereits seit 1946. Seit 1958 ist Niggemann am jetzigen Standort in Bochum an der Speicherstrasse. Zunächst nur Geflügel und Eier, dann immer weiter in das Frische-Konzept einsteigend mit Feinkost, Fleisch, Obst und Gemüse und schließlich sogar Fisch in edelster Form.
Heute sind rund 220 Mitarbeiter bei Niggemann beschäftigt, 14 große LKWs bedienen das gesamte Ruhrgebiet rund um die Uhr mit absoluter Frische. Der Food Frischmarkt präsentiert die Ware von täglich 6:30 bis 18 Uhr, Samstags 8:30 bis 13 Uhr, Sonntags von 9 bis 11 Uhr (Notdienst).
Weitere Infos über den Niggemann Food Frischemarkt finden Sie hier.

Hier einige Impressionen vom Besuch:




Um noch mehr Bilder zu sehen, bitte auf "Weitere Informationen" klicken.


Dienstag, 28. Februar 2012

Einladung: Traditionelles Brathering-Essen am 8. März 2012 in Haus Wenzel

Gemütliches Ambiente

Am 8. März veranstaltet das Convivium Mittleres Ruhrgebiet bereits zum fünften Mal sein traditionelles Bratheringessen in der Fastenzeit. Wie immer treffen wir uns in Herne-Sodingen im Haus Wenzel, einer Kneipe mit originalem Jugendstilambiente. Wirtin Helga Wenzel brät und legt ihre Heringe selbst ein, dazu gibt es frisch gemachte Bratkartoffeln mit Speck und Zwiebeln. Ein idealer Slow-Food-Stammtisch zum zwanglosen miteinander Reden.

Wirtin Helga Wenzel

Bitte melden Sie sich bitte bis zum Wochenende an, damit wir Frau Wenzel mitteilen können, wieviele Heringe sie zubereiten muss.
Haus Wenzel
44627 Herne – Sodingen
Händelstrasse 33 / Ecke Saarstr.

Zur Anmeldung bitte hier klicken.

Brathering im Haus Wenzel

Dienstag, 24. Januar 2012

Rückblick: Besuch der Käserei "Saporita" in Waltrop, 21.1.2012

Wie Cpt. Picard auf der Brücke: 
Junior-Chef Christian Pecl erklärt 
das Mozzarella-Machen

Ein Ausflug führte die Mitglieder von Slow Food Mittleres Ruhrgebiet letzten Samstag in die Zeche Waltrop. Hier, im zum Gewerbegebiet umgewidmeten industriekulturellen Versailles des westfälischen Ruhrgebiets, befindet sich unweit des Edelkaufhauses „Manufactum“ die Käserei „Saporita“, auf Deutsch „die Geschmackvolle“.
Käserei-Gründer Reinhard Pecl

Vor drei Jahren wurde der handwerkliche Betrieb von Reinhard Pecl und seinem Sohn Christian gegründet. Reinhard Pecl hat eigentlich einen Betrieb für Möbelbeschläge. Doch bei Dienstreisen nach Süditalien entdeckte er seine Leidenschaft für Mozzarella. Frische ist das A und O dieser Käsespezialität, und die Import-Ware, die man in Deutschland bekommen kann, kommt mit den frischen Produkten im Mezzogiorno nicht mit. Also machte Pecl den Vorschlag eine Geschäftsfreundes wahr. Er eröffnete eine Mozzarella-Käserei in Waltrop.

Die Räumlichkeiten einer ehemaligen Metzgerei wurden mit original italienischen Maschinen ausgestattet, die anders als deutsche Geräte die Milch nicht mit Heizspiralen, sondern mit Dampf auf die nötige Temperatur bringen. Die Milch wird der Frische wegen direkt von umliegenden Bauernhöfen bezogen. Milch aus Molkereien wäre schon zu alt für die Qualität, die sich Pecl wünscht. Auf Büffelmilch wird verzichtet, da die Beschaffung in Deutschland zu kompliziert ist. Verarbeitet wird auch keine Rohmilch, sondern pasteurisierte, aber nicht homogenisierte Kuhmilch. „Beim Pasteurisieren, die kurzzeitige Erhitzung auf 72 Grad, werden zwar die pathogene Keime abgetötet, die krank machen können, nicht aber die Milchsäurebakterien, die fürs Mozzarella-Machen gebraucht werden“, erklärt Pecl. „Die nicht homogenisierte Milch hat aber noch ihre natürliche Fettverteilung.“

So ist der Arbeitsablauf optimal. Abends werden die Kühe auf dem Bauernhof gemolken, über Nacht wird die Milch pasteurisiert. Am nächsten Morgen wird sie abgeholt, tagsüber verarbeitet und der fertige Käse abends an die Kunden ausgeliefert. Die Lagerräume von „Saporita“ werden so gut wie nicht gebraucht.
„Saporita“ beliefert gastronomische Betriebe in ganz Nordrhein-Westfalen. Der Essener Edel-Italiener „La Grappa“ gehört dazu, und auch die Burrata, die es letzten Sommer bei „Bochum kulinarisch“ gab, stammte aus Waltrop. Montag, Mittwoch und Freitag kann man von 15 bis 18 Uhr auch vor Ort einkaufen.

Käser Michael Sandmann präsentiert frischen Ricotta

Reinhard und Christian Pecl produzieren alle Produkte nach der Filata-Methode. Neben den klassischen Mozzarella-Kugeln gibt es auch Scamorza, eine getrocknete, härter Variante und Burrata, Mozzarella-Säckchen, die mit unverarbeiteten Mozzarella, der mit Sahne verfeinert ist, gefüllt sind. Beim Mozzarella-Machen entsteht viel Molke. Die wird in großen Kesseln auf 90 Grad erhitzt, und das sich dabei absetzende Eiweiß bildet dann den Ricotta. „Das ist so, als würden saure Milch in den heißen Kaffee gießen“, meint Pecl. „Die Flocken, die dann entstehen, ist quasi Ricotta.“
Für die Slowfoodies wurde am Samstag extra frischer Mozzarella produziert, der dann zu Burrata verarbeitet wurde. Das geschah außerhalb der regulären Produktionszeiten. Deswegen brauchten die Besucher keine Schutzkleidung. Anschließend wurde die Produktionsstätte gereinigt und sterilisiert.

 Grundlage des Mozzarella-Machens ist frische Milch, die im Wasserbad erhitzt wird.

Mit Zitronensäure wird die Milch gesäuert und mit Lab dickgelegt.

Die Dickmilch wir zu Käsebruch zerteilt.

Die dabei entstandene Molke wird abgeschöpft.

Der Bruch wird immer wieder geknetet, gesalzen, gewässert und abgegossen, bis die Filata-Stränge entstehen.


Die Mozzarella-Kugeln werden geformt.

In heißem Wasser wird der Mozzarella aufgeweicht, zu kleinen Platten gezogen, in die eine Mischung aus Sahne und Mozzarella-Stränge gewickelt wird. Das ganze wird zugebunden oder in heißem Wasser verschweißt.

 Die Burrata ist fertig.

Käserei Saporita, Richtstrecke 5-9 (Zeche Waltrop), 55731 Waltrop. Infos hier.

Donnerstag, 12. Januar 2012

Besuch der Käserei „Saporita“, Waltrop, 21. Januar 2012

Für den Besuch der Käserei „Saporita“ am 21. Januar 2012 in der Zeche Waltrop sind nur noch wenige Plätze frei. „Saporita“ produziert auf traditionelle Art italienische Spezialitäten wie Mozzarella, Burata, Ricotta, Scamorza u.a..
Die Veranstaltung, also die Herstellung von Käse, beginnt um 12 Uhr und wird ca. 1 ½ - 2 Stunden in Anspruch nehmen. Eine Pause ist nicht vorgesehen. Wir werden vom Käsemeister für die Dauer der Zubereitung entsprechend der Hygienevorschriften „eingekleidet“.
Nach Beendigung erhalten alle Teilnehmer ein kleines Paket (ca. 1 kg) mit den Produkten von „Saporita“.
Bitte melden Sie sich hier an. Unter dem Link finden Sie auch Infos zur Anreise.

Freitag, 6. Januar 2012

Einladung: Riesling-Blindverkostung am 29.2.2012

Am 29.2.2012 wird das Convivium Mittleres Ruhrgebiet – wie ca. 15 andere CVs - an der vom Convivium Frankfurt aus organisierten, bundesweiten und zeitgleichen Rieslingverkostung teilnehmen. Ein gutes Dutzend der Convivien sind der Frankfurter Idee gefolgt, und werden an dem Abend 6 Rieslingweine aus unterschiedlichen deutschen Anbaugebieten blind probieren. Die Weinprobe findet im Ladenlokal „Aromafänger“ unseres Mitglieds und Förderers Rüdiger Hagen in Bo-Langendreer statt. Die Teilnehmerzahl ist auf 12 Personen beschränkt.

Nach dem Genuss wartet die Arbeit, denn die Weine werden an dem Abend von den Anwesenden verglichen und individuell bewertet. Die Kriterien sind der eigene Geschmack und seine Vorlieben, sowie die Freude am Wein als solchem. Man muss kein Weinprofi sein, Spaß an Wein reicht völlig aus.

Über das Internet werden dann die Ergebnisse noch am selben Abend nach Frankfurt gemailt und dort ausgewertet und zurückgesandt. Denn dann kommt das eigentlich Spannende: ein Vergleich nicht nur der persönlichen Hitliste der beprobten Weine, sondern auch der Geschmäcker der Anwesenden untereinander und regional zwischen den Convivien. Kommt überall der gleiche Wein auf Platz 1? Gibt es eindeutige Tendenzen? Oder ist es völlig bunt gemischt?

Von den folgenden Convivien wissen wir, dass sie sicher mitmachen: Braunschweiger Land, Dortmund, Essen, Frankfurt, Ingolstadt, Karlsruhe, Lausitz, Rhein-Neckar, Stutensee, Stuttgart u.a.
Eine genauere Beschreibung mit noch mehr Details findet man bei SlowFood Vor Ort / CV Frankfurt.

Anmeldung hier.

Bitte bedenken Sie, dass auf Grund der Größe des Veranstaltungsraumes max. 12 Personen teilnehmen können. Der Eingang der Anmeldung ist maßgeblich. Jede Anmeldung erhält daher - neben der automatisch generierten email-Bestätigung - eine separate Zu- / Absagemitteilung. Bitte also auf den Eingang der mail von unserem Convivium achten! Anmeldeschluss ist der 27. Februar d.J.

Ein frohes neues Jahr!

Nun wird es aber langsam Zeit: Das Convivium Mittleres Ruhrgebiet wünscht allen Mitgliedern und Freunden eine frohes neues Jahr 2012!
Ein Ereignis im abgelaufenen Jahr hat uns alle erschüttert: der Tod unseres Gründers Manfred Meimberg im Mai 2012. Am 16.10.2011 erinnerten wir bei einer Veranstaltung gemeinsam mit der Künstlergruppe „Kunstlabor“, deren Mitglied er ebenfalls war, daran, wie tief uns dieser Verlust getroffen hat. Manfred Meimberg war immer die treibende Kraft für unser Convivium gewesen.
Es war wohl ganz in seinem Sinn gewesen, dass wir unser Programm im letzten Jahr nicht unterbrochen haben, sondern das der Ini-Kreis des Conviviums auch weiterhin Veranstaltungen organisiert hat, die von den interessierten Mitgliedern auch gern besucht wurden. Höhepunkte waren sicherlich der Besuch bei den Auerochsen von Bauer Schulte-Stade in den Hattinger Ruhrauen und der Sommerabend am Holzbackofen im Garten unseres Mitglieds Tom Bosbach. Unsere Besuche in den Restaurants Mediterran (marokkanisch), Matzen (jüdisch), Neuling und Gut Mausbeck (beide westfälisch) sowie das Bratheringessen in Haus Wenzel zeigten, wie vielfältig die Küche im Ruhrgebiet ist. Informativ war der Besuch auf dem Acker von unsrem Mitglied Gudrun Kaltenborn, den sie über die Agentur „Meine Ernte“ angemietet hat. Das Ladenkokal „Aromafänger“ unseres Mitglieds Rüdiger Hagen hat sich als stilvoller Veranstaltungsort bewährt, der auch im neuen Jahr genutzt werden wird. Und nicht zu vergessen sei die Veranstaltungsreihe "Club of Slow", die unser CV-Leiter Udo Strauch beim SF-Förderer G Data organisiert.
Für die Veranstaltungen 2012 stehen die Ideen schon fest. Über die genauen Daten werden wir Sie rechtzeitig informieren. Der Ini-Kreis würde sich darüber freuen, dass dieses Angebot von den Mitgliedern rege genutzt wird. Melden Sie sich also für unsere Veranstaltungen an. Es lohnt sich.
Peter Krauskopf

Dienstag, 1. November 2011

Rückblick: In Memoriam Manfred Meimberg. Eine Slow-Food-Tafel für die Kunst.


Ausstellungseröffnung am 16. Oktober 2011

Am 17. Mai 2011 verstarb Manfred Meimberg. Zusammen mit seinem Vetter Hartmut Julius Meimberg war er der Gründer des Conviviums Mittleres Ruhrgebiet und bis zuletzt Initiator und Motor all unserer Aktionen. Eine weitere, vielleicht sogar wichtigere Leidenschaft von Manfred Meimberg war die Malerei. Beruflich aus dem chemischen Bereich kommend, setzte er sich in seinen Bildern besonders mit Wesen und Wirkung der Farbe auseinander. Er war Mitglied der Künstlergruppe „Kunstlabor“, die sich regelmäßig in leer stehenden Laborräumen der Fa. Ter Hel Plastic, deren geschäftsführender Gesellschafter Manfred Meimberg war, trifft.
Noch vor seinem Tod konnte er an der Konzeption der Ausstellung „W. Zehrt und das Kunstlabor“ mitwirken, die vom 16. Oktober bis zum 16. November 2011 in der „Alten Druckerei 1926“ zu sehen war. Neben Werken von Willi Zehrt und anderen Kunstlabor-Mitgliedern wurden auch Bilder von Manfred Meimberg gezeigt. Zur Ausstellungseröffnung sorgte das Convivium Mittleres Ruhrgebiet für das leibliche Wohl der Gäste. Christiane Finke und Rüdiger Hagen boten an einem Stand allerlei Häppchen an, die die Mitglieder zubereitet hatten. In einem Grußwort erinnerte Peter Krauskopf daran, wie wichtig Manfred Meimberg für Gründung und Arbeit des Conviviums Mittleres Ruhrgebiet war.

 Rüdiger Hagen und Christiane Finke
präsentierten...
...Häppchen, die die SF-Mitglieder vorbereitet hatten.

Peter Krauskopf hielt das Grußwort.