Donnerstag, 6. Mai 2010

Einladung: Informationsveranstaltung zur Gründung des Slow Food Conviviums Essen

Karla Knoche-Weniger und Manfred Weniger laden zur Conviviumsgründung in Essen ein

Vor gut 20 Jahren (1989) wurde Slow Food in Paris gegründet, 1992 startete „Slow Food Deutschland“. Im Zeichen der Schnecke stand und steht Slow Food als internationale Genießervereinigung weltweit für das Engagement für gutes Essen. Slow Food ist heute mit mehr als 80.000 Mitgliedern weltweit aktiv, in Deutschland sind es ca. 10.000 Mitglieder. Die Organisation erfolgt auf der regionalen/örtlichen Ebene in Convivien (Tafelrunden).
Inhaltlich hat sich Slow Food seit 1989 weiter entwickelt: Slow Food ist heute weit mehr als ein Club von Genießern. Das "neue Slow Food" als Vereinigung von Produzenten und Konsumenten folgt heute einem von Carlo Petrini, dem Gründer von Slow Food, formulierten Dreiklang: Buono, pulito e giusto - Gut, sauber und gerecht. "Pulito" steht auch für nachhaltig und gesund, "giusto" für fair.
"Ich möchte die Geschichte einer Speise kennen. Ich möchte wissen, woher die Nahrung kommt. Ich stelle mir gerne die Hände derer vor, die das, was ich esse, angebaut, verarbeitet und gekocht haben." (Carlo Petrini)
Auch bei uns hier gibt es Slow Food – mit dem Convivium Dortmund, dem Convivium Herne-Bochum, dem Convivium Duisburg-Niederrhein und natürlich dem Convivium Düsseldorf.
Essen ist in diesem Jahr Kulturhauptstadt Europas. Kultur - das ist im Wesentlichen auch Ess-Kultur. Ein guter äußerlicher Anlass, ein „Slow Food - Convivium Essen“ zu gründen.
Wir möchten Sie einladen, daran teilzuhaben.
Für Montag, den 7. Juni 2010, 19.00 Uhr lädt der Vorstand von Slow Food Deutschland zu einer Informationsveranstaltung zur Gründung eines Slow Food-Conviviums Essen in die „Rotisserie du Sommelier“, Essen-Rüttenscheid, Wegenerstraße, ein.
Um kalkulieren zu können, werden Sie gebeten, Ihre Teilnahme bis zum 31.05.2010 bei den Organisatoren der Veranstaltung anzumelden:
Karla Knoche-Weniger und Manfred Weniger, E-Mail: info@essengenuss.de.
"Wir wollen bei Slow Food sein, weil es Spaß macht, aus Begeisterung und Freude am Genuss. Ein Genuss, den wir mehr denn je mit anderen teilen wollen. Dies ist unwiderruflich ein Recht, für das wir weiter kämpfen werden." (Roberto Burdese, Präsident von Slow Food Italien).

Mittwoch, 5. Mai 2010

Neue Leitung für das Convivium Mittleres Ruhrgebiet gewählt

Neue Convivien-Leitung: Udo Strauch (Leiter) und Jochen Hoss (Stellvertreter)

Am 28. März 2010 fand die turnusgemäße Mitgliederversammlung des Slow Food CV Mittlers Ruhrgebiet statt. 16 Mitglieder waren im Weinrestaurant „Julius“ erscheinen. Manfred Meimberg, der als Ältester die Rolle des Versammlungsleiters übernommen hatte, konnte als Gast Dr. Kniepkamp vom Vorstand SFD begrüßen, der extra nach Herne gekommen war. Dr. Kniepkamp ist im Vorstand SFD u.a. für die Betreuung des Conviviums Mittleres Ruhrgebiet zuständig.

Mitgliederversammlung im "Julius"

Haupttagesordnungspunkt war die Neuwahl der CV-Leitung. Der bisherige Leiter Hartmut Meimberg stand als Kandidat aus beruflichen Gründen nicht mehr zur Verfügung. Manfred Meimberg dankte für die Arbeit und seinen persönlichen Einsatz seit Gründung des CV Mittleres Ruhrgebiets 2005. Außerdem bedankte sich das Convivium besonders für die zur Verfügungsstellung des Weinrestaurants „Julius“ als Tagungsort.

Zum neuen Leiter wurde einstimmig Udo Strauch, Gelsenkirchen, gewählt. Jochen Hoss, Herne, wurde als stellv. Leiter ebenfalls einstimmig bestätigt. Udo Strauch ist dem Mitgliedern als Zeremonienmeister der Veranstaltung „Kniffte, Stulle, Butterbrot" am 27. Januar 2010 in der G Data Academy, Bochum, bekannt. Die Softwarefirma G Data ist Fördermitglied von Slow Food Deutschland. Nach wie vor wird die neue CV-Leitung durch den sog. „Ini-Kreis“ unterstützt. Die Übergabe der Geschäfte erfolgt Ende Mai Anfang Juni.

Hartmut Meimberg verabschiedete sich nach fünfjähriger Tätigkeit als CV-Leiter und servierte zm Abscheid den Mitgliedern ein Ragout von der Bergmannskuh (Zicklein) auf Stielmus.

Donnerstag, 22. April 2010

Wirklich der „Markt des guten Geschmacks“ – die Slow Food Messe

Lange Tafel auf der Slow Food Messe

Zum 4. Mal fand die Slowfood-Messe „Markt des guten Geschmacks“ in Stuttgart statt. Fast 65.000 Besucher, dicht umlagerte Stände, proppenvolle Hallen, gut besuchte Vorträge und Geschmackserlebnisse an diesen 4 Tagen - das war ein neuer Rekord. Und die Besucher haben die Gelegenheit genutzt und vor allem Genießen können, was qualitativ hochwertige, aber trotzdem für Jeden erschwingliche Ernährung ist. Und nicht nur das. Die Besucher konnten sich auch davon überzeugen, welche Leistungsfähigkeit, welche Stärke und Überzeugungskraft Slowfood Deutschland mittlerweile hat.

Der „Markt des guten Geschmacks“ hat gezeigt, dass es auch in unserem Land eine einzigartige und vielfältige Produktion handwerklicher Lebensmittel gibt, dass es Bauern, Landwirte und Produzenten gibt, die „sauber – gut – fair“ arbeiten. „Was in unserer Erde wächst, entscheidet über unser Leben und Überleben – deshalb bleibt Terra Madre das Bündnis der Lebensmittelproduzenten der Kern der Slowfood-Bewegung“, heißt es in der Erklärung des Slowfood-Vorstandes zum Abschluss der Messe.

Ob von einem wunderbaren Kürbiskernöl über den jetzt reifen Eichelschinken, von herrlichen Produkten aus Büffelfleisch bis zum Limpurger Rind, den Arche-Produkten und und und … es fällt schwer, einzelne Produkte oder einzelne Produzenten hervorzuheben. Dafür waren die Eindrücke zu vielfältig und zu genussvoll. Die bunte Vielfalt des Angebotes lud einfach nur zum Staunen, Genießen, Informieren und Kaufen ein.

Essen mit Kindern

Besonders wichtig für uns waren auch die zahlreichen Veranstaltungen des Rahmenprogramms, die den Bildungs- und Informationsauftrag von Slow Food Deutschland verdeutlicht haben. Das betrifft insbesondere das „Zukunftsprogramm“, wie ich es verstehe, die Veranstaltungen für Kinder, Jugendliche, Familien und interessierte Erwachsene. Hier konnte man viel über Lebensmittel und artgerechte Tierhaltung erfahren. Darüber, was im Garten wächst und was man daraus machen kann. Über alles, was man so täglich isst.

Spannend auch der Kochwettbewerb für Kinder und Jugendliche, die zeigten, was sie schon so alles drauf haben. Und dieses auch mit Arche-Produkten. Und natürlich war die Schaukäserei für die „Kleinen“ ein Erlebnis: Käse selbst erstellen und dann auch noch selber essend genießen. So lernen Kinder spielend, woher Lebensmittel kommen, wie gute Lebensmittel entstehen, wie sie schmecken.

Kochwettbewerb für Kinder

Zu erwähnen ist noch, dass auch die Vinothek neu gestaltet war. Deutsche Top-Winzer hatten hier ihre Weine eingestellt – mit dem Extraschwerpunkt „Deutsche Winzersekte“. Terroir-geprägte Individualität und handwerkliche Kunst des Winzers standen bei der Auswahl im Mittelpunkt. Also das, was Slowfoodies von gutem Wein erwarten. Abgerundet wurde dieser Bereich durch die „Käsestraße“.

Vinothek

„Menschen jeden Alters und jeder sozialer Herkunft“ haben sich auf dieser Messe getroffen, konnte Dr. Andreas Eichler, der Vorsitzende von Slowfood Deutschland positiv feststellen. „Wir haben gespürt, dass das Informationsbedürfnis über natürliche und damit wertvolle Lebensmittel noch einmal zugenommen hat. Slow Food Deutschland ist auf dem richtigen Weg.“ Dieses Bewusstsein müsse mit Genuss und Verantwortung verbunden werden. „Genuss ist keine Frage des Geldes, sondern eine Frage der Einstellung. Dafür steht Slow Food.“

Dem ist nichts hinzuzufügen. Nur eines vielleicht: Freuen wir uns jetzt schon auf das nächste Jahr. Auf die 5. Slowfood-Messe „Markt des guten Geschmacks“. Vom 14. bis 17. April 2011. Wieder in Stuttgart.

Eine letzte Anmerkung: „Fair“ ist eine der Kernaussagen des Handelns und Wirkens von Slowfood und Terra Madre. So war es nicht Zufall sondern eine richtige politische Ergänzung, dass parallel zur „Messe des guten Ge-schmacks“ die internationale Messe für globales Handeln und nachhaltiges Handeln „FAIR HANDELN“ stattfand. Und es war auch gut, dass beide Messen sich gemeinsam die Halle 2 teilten.
Manfred Weniger

Montag, 19. April 2010

CV Mittleres Ruhrgebiet: Einladung zur Mitgliederversammlung

Am Mittwoch, den 28. April, findet im "Julius" die Mitgliederversammlung vom CV Mittleres Ruhrgebiet statt. Der "Ini-Kreis" berichtet über die in den letzten beiden Jahren geleistete Arbeit. Ebenfalls wird eine Vorschau auf die geplanten Veranstaltungen gegeben.
Zudem muss eine neue Leitung gewählt werden. Unser bisheriger 1. Vorsitzender Hartmut Meimberg ist beruflich dermaßen eingespannt, daß er sein "Vereinsamt" schon seit längerer Zeit nicht mehr in dem von ihm selbst gewünschten Maße ausfüllen konnte. So stellt sich das verbleibende Team des "Ini-Kreises" gemeinsam zur Wiederwahl für die nächsten zwei Jahre. Der "Ini-Kreis" bittet alle Interessierten, sich diesem Team anzuschließen und eigene Ideen zum Wohle unseres CV einzubringen!
Als Gast ist das SFD-Vorstandsmitglied Dr. Hans-Ersnt Kniepkamp eingeladen.
Doch keine Slow-Food-Veranstaltung ohne gutes Essen. Für die Mitgliederversammlung kocht Julius Meimberg Zicklein mit Stielmus. Die Kosten der Verköstigung wird von der Vereinskasse übernommen.

Fernsehtipp: Die kulinarischen Abenteuer der Sarah Wiener in den Alpen

Sarah Wiener in Osttirol  (Foto: Arte)

Heute, am 19. April, beginnt um 19.30 Uhr auf Arte eine neue 10-teilige Fernsehserie mit Sarah Wiener. Deutschlands bekannteste Fernsehköchin begibt sich diesmal auf einen grenzüberschreitenden kulinarischen Streifzug durch die Alpen. Mit Landkarte, Adressen, Fotos und einer großen Portion Neugier ausgestattet, macht sie sich auf den Weg zu ihren Gastgebern, die sie in die kulinarischen Geheimnisse ihrer Region einweihen. Manche Besonderheiten sind der gebürtigen Österreicherin wohl vertraut, aber selbst sie kann hier noch viel Neues entdecken.

Weitere Informationen finden Sie hier.

Dienstag, 23. März 2010

CV Duisburg formiert sich neu

Wie der Blog "Koch und Back Oase" meldete, sind am 18. März 2010 Olaf Plotke und Christel Mengeringhausen zu neuen Leitern der Slow Food Regionalgruppe Duisburg/Niederrhein gewählt worden. Hier der Link zur Meldung: http://kochundbackoase.wordpress.com/2010/03/19/slowfood-duisburgniederrhein/

Donnerstag, 11. März 2010

Einladung: Exkursion zum „Tauberschwarz“

Vom 23. bis 25. April 2010
Eine gemeinsame Veranstaltung der Convivien Dortmund und Mittleres Ruhrgebiet in Kooperation mit dem Convivium Mainfranken/Hohenlohe.
Der Tauberschwarz ist eine seltene rote Rebsorte aus dem Taubertal und Arche-Passagier. Weitere Informationen hier.

Programm

Freitag, den 23.04.2010
individuelle Anreise bis 17.00 Uhr
Übernachtung im Weingut Hofmann, Strüther Str. 7, 79285 Röttingen
Abendessen in der Hegewirtschaft des Weingutes Hofmann – zur Auswahl stehen neben herzhaften Brotzeiten einige warme Gerichte. Informationen zum Weingut hier.

Samstag, den 24.04.2010:
vormittags: Besichtigung von Schloss Weikersheim und/oder dem Riemenschneider-Altar in Creglingen
ab mittags: Weinprobe im Weingut Jürgen Hofmann mit kl. Vesper inkl. Keller- und Weinberg-Führung
(Convivienleiter Sych, Mainfranken sagt: „Der beste Rote weit und breit!“)
Es werden der Tauberschwarz, fünf weitere Weine und ein Aperitif probiert (Kosten: 17 € pro Teilnehmer).
Das Convivium Mainfranken wird uns u.U. Gesellschaft leisten. Wenn Otto Geisel Zeit hat, will er auch kommen und über den Tauberschwarz erzählen.

Abendessen: Hotel Victoria, Poststr. 2-4, 97980 Bad Mergentheim
Hotelier ist Otto Geisel, der langjährige Vorsitzende von Slow Food Deutschland e.V. und einzig öffentlich bestellter vereidigter Weinsachverständiger in Deutschland. Eine Fahrgelegenheit vom Weingut Hofmann zum Hotel Victoria wird organisiert.
Wegen der guten Sterne-Küche von Herrn Retzbach ( (www.victoria-weinkeller.de) wird uns das Convivium Mainfranken ganz bestimmt Gesellschaft leisten!

Sonntag, den 25.04.2010:
vormittags: Besichtigung von Schmidbergers Ziegenhof, Äußere Str. 6, 97996 Niederstädten-Adolshausen
(Convivienleiter Sych, Mainfranken sagt: „Den muss man gesehen haben.“ Frau Hofmann sagt: „Die machen sehr guten Käse!)
Individuelle Heimreise

Teilnehmerbeitrag: 150 € im Doppelzimmer, 40 € Einzelzimmerzuschlag
Für Nichtmitglieder müssen wir eine Teilnahmegebühr von 25 € berechnen.
Anmeldung bis spätestens 5. April 2010 beim Convivium Dortmund, Horst Welkoborsky welkoborsky.dorstfeld@gmx.de

RUHR.2010-Projekt: Essen an der Ruhr

Im Rahmen der Europäischen Kulturhauptstadt Ruhr.2010 realisiert der in Ungarn aufgewachsene Düsseldorfer Künstler Arpad Dobriban (Bild) in Zusammenarbeit mit der Universität Witten-Herdecke das Projekt „Essen an der Ruhr - Der Geschmack der Region“.
Dabei geht es darum, den noch vorhandenen Erinnerungs- und Erfahrungsschatz der ältesten im Ruhrgebiet lebenden Generation jeglicher Herkunft zu sichern, um ihn in unserem Alltag und für die Zukunft lebendig zu halten.
Bei dieser „Forschungsreise in das kulinarische Gedächtnis“ will der Künstler die ältere Generation zu den Geschmackserinnerungen, den Essgewohnheiten ihrer Kindheit befragen. Gemeinsam werden ausgewählte Speisen in ihrer authentischen Form zubereiten (alte Arbeitstechniken, spezielle Zutaten usw.) . Dabei muss nicht unbedingt ein Rezept zur Verfügung stehen, oft reicht auch eine Erinnerung als Ausgangspunkt für die Erarbeitung und Wiedergewinnung einer Kochanleitung. Im Rahmen öffentlicher Essen, die in verschiedenen Städten des Ruhrgebiets stattfinden, werden diese Speisen präsentiert und so für unseren Alltag und für die Zukunft lebendig erhalten. Parallel zum Ruhrgebeit läuft die Aktion auch im in Pècs. Die unagrische Stadt ist 2010 ebenfalls Kulturhauptstadt Europas.
Arpad Dobriban bittet die Mitglieder von Slow Food im Ruhrgebiet, an diesem Projekt teilzunehmen und ihre Erinnerungen an ihre Kindheit und die Speisen aus dieser Zeit mitzuteilen.
Wer Interesse hat mitzumachen, kann sich mit Arpad Dobriban unter kochen@arpad-dobriban.de melden.
Weitere Information finden Sie unter http://www.essenanderruhr.de/  

Dienstag, 2. März 2010

„Gastmahl Türkisch“

Am Freitag, den 26.2., fand das „Gastmahl Türkisch“ im Essener Restaurant Tablo statt.

Yilmaz Doğan und Peter Krauskopf stellen die türkische Küche vor. (Zum Vergrößern auf die Bilder klicken!)

Über 40 Mitglieder und Freunde von Slow Food fanden sich ein, um an der dritten Veranstaltung teilzunehmen, in der in der das CV Mittleres Ruhrgebiet anlässlich der Kulturhauptstadt RUHR.2010 die fünf Säulen der Ruhrgebietsküche darstellt. Bereits stattgefunden haben das „Stammessen Westfälisch“ und das „Gastmahl Polnisch“, es folgen noch das „Stammessen Rheinisch“ und das „Gastmahl Italienisch“.
Wie bei den Veranstaltungen zuvor, gab unser Mitglied Peter Krauskopf eine kurze Einführung und erklärte, warum die türkische Küche für die Ruhrgebietsküche so wichtig ist.
Die türkische Küche hat unsere Ess-Gewohnheiten tief verändert, weil sie in Deutschland zum Inbegriff der volksnahen Imbiss-Küche geworden ist. Das hat einerseits damit zu tun, dass die türkischen Gastronomen ursprünglich als Arbeiter nach Deutschland gekommen sind und nicht als Köche und so für das soziale Umfeld kochten, in das sie eingewandert sind. Andrerseits hat das mit den traditionellen Lokalen in der Türkei zu tun, die in ihren Theken einen ziemlich fest definierten Kanon an vorbereiteten Gerichten anbieten – etwas, was dem Pommesbuden-Wesen in Deutschland ziemlich nahe kommt. Nicht von ungefähr ist die Döner-Tasche als Fast Food in Berlin erfunden worden, irgendwann Ende der 1970er Jahre. Im Ruhrgebiet gab es damals noch keine türkischen Restaurants, als man in der Hauptstadt schon längst türkisch aß.
Doch im Grunde ist die türkische Küche eine sehr feine, kultivierte Küche, die im Serail von Istanbul entstanden ist, wo die Einflüsse des riesigen osmanischen Reiches bis zur Dekadenz veredelt wurden: die kargen Hirtengerichte des anatolischen Hochlandes mit denen Nordafrikas, Arabiens, Vorderasiens und Südosteuropas, vereint zu einer Metropolenküche schlechthin.

Die Tablo-Crew im Einsatz

Wie fein und anspruchsvoll. Das bewiesen Yilmaz Doğan und sein Team vom Restaurant „Tablo“. Mit 13 Punkten im Gault-Millau ist es z. Zt. das höchstdekorierte türkische Restaurant in ganz Deutschland. Für das „Gastmahl Türkisch“ hatte er ein Menü zusammengestellt, das die geschmacksverwöhnten Slowfoodies durchweg begeisterte.


Als ersten Gang (1) gab es eine köstliche Zusammenstellung kalter Vorspeisen: Antep eszme (pikantes Püree aus Tomate, Paprika, Zwiebel, Petersilie und Knoblauch), Çerkez tavuğu,(pürierte Hähnchenbrust mit Walnuss und Brot), Şak Suka (orientalisches Gemüseallerlei mit Tomatensauce), Haydari, (fein gewürztes Püree aus Joghurt, Petersilie, Dillspitzen, Pfefferminz und Knoblauch), Humus (Kichererbsenpüree mit zerstoßenem Sesam und Butter) und Enginar salatası (Artischockensalat mit Fenchel und spezieller Vinaigrette).
Der zweite Gang (3) bestand aus Manti, winzigen, filigran mit Hackfleisch gefüllten Maultaschen samt Gemüse auf Joghurt mit Tomaten-Butter-Basilikumsauce.
Dann gab es eine Überraschung. Im Gastsaal war eine Kochstelle aufgebaut, auf der zwei Köche Hackfleisch gefüllte Kroketten (2) in Brühe fertig garten, die sich die Gäste dann samt einem mit Reis gefüllten Weinblatt selbst abholen konnten.


Beim Hauptgang hatten die Slowfoodies die Qual der Wahl, denn sie mussten entscheiden, was sie essen wollten: Entweder Ali Nazik (Lammrückensteakstücke auf pürierter Aubergine mit Joghurt, verfeinert mit Tomaten-Basilikumsauce (4)), Seytan Balığı (Seeteufel vom Grill auf Tomaten-Basilikumsauce, dazu Spinat und Kartoffeln (5)), ein vegetarisches Imam Bayildi (Aubergine mit Tomate, Paprika, Pinienkernen, Zwiebel und Knoblauch gefüllt(6)) oder Şili soslu Tavuk dolması (Hähnchenbrust mit Püree aus Hähnchen, Scampi und Basilikum gefüllt auf Chili-Honig-Sahnesauce, dazu Reis (7)).
Zum Dessert gab es eine Auswahl von den vielen Süßigkeiten, an denen die türkische Küche so reich ist (8): Kazandibi (Milchdessert mit Zimt karamellisiert), Baklava (Blätterteigdessert eingerollt mit Pistazien und Zuckersirup) Kabak tatlısı (Kürbisdessert mit Walnuss in Zuckersirup).
Als Weine empfahl Yilmaz Doğan zwei Spezialitäten aus der Türkei: Cankaya Kavaklidere, einen trockenen Weißwein und als Rotwein Kavaklidere Selection.

Slow Food Deutschland

Bericht von der Mitgliederversammlung in Würzburg am 27.2.2010

Ich war als einziger Vertreter von CV Mittleres Ruhrgebiet nach Würzburg angereist, um an der AO MG-Versammlung teilzunehmen. Vom CV Dortmund war Convivienleiter Horst Welkoborski anwesend. RA Welkoborski war auch Sprecher der Antragskommission, die vom amtierenden Vorstand eingesetzt wurde.
Die MG-Versammlung in der Festung Würzburg hatte einen Zulauf, wie bisher noch nie. In der Regel freuen wir uns über 150 - 200 MG, die zu einer MG-Versammlung erscheinen. Man hatte hier mit mehr gerechnet und sich auf 300 Besucher eingestellt. Tatsächlich waren dann über 340 Teilnehmer verzeichnet. Die Organisation, gestellt durch das örtliche CV Main-Franken-Tauber, wurde gekonnt mit den Problemen fertig.
Die Versammlung begann mit einer zeitlichen Verzögerung, da nicht so schnell der Besucherandrang an der Registrierungsstelle bewältigt werden konnte. Leider war die Versammlungsleitung überfordert, so dass die Versammlung bereits in den Anfängen zu scheitern drohte. Kurz vor der Mittagspause trat Vernunft ein. Nach der Pause wurde dann in geheimer Abstimmung ein neuer Vorstand gewählt, der zu allen positiven Hoffnungen Anlass gibt.
Jeder Kandidat konnte sich in 5 Minuten vorstellen. Es folgte dann eine Befragung aus der Versammlung von jeweils 10 Minuten. Bis 18 h waren dann alle Vorstandsposten besetzt. In den Zählpausen wurde dann die sonstige Tagesordnung abgearbeitet.
Unser neue Slow Food Vorstand setzt sich wie folgt zusammen:

- Vorsitzender: Dr. Andreas Eichler, 188 Ja-Stimmen; 144 Gegenstimmen für Sebastian von Kloch-Kornitz
Dr. Eichler war langjähriger Justitiar des DSB (Deutscher Sportbund) und bringt Erfahrung, Integrität und eine starke, sympathische Persönlichkeit mit. Sein Vorstellungsstatement war überzeugend und lässt hoffen, das SFD unter seiner Leitung wieder in ein ruhiges Fahrwasser gerät und dass auch die Frage der Gemeinnützigkeit positiv geklärt wird. Er brachte auch eine Vorschlagsliste für den übrigen Vorstand ein, mit denen er zusammenarbeiten möchte. Dies war nicht als Listenwahl zu verstehen.

- 1. Stellvertreter: Frau Dr. Ursula Hudson, 189 Ja-Stimmen, 138 Gegenstimmen für Sebastian von Kloch-Kornitz
Fr. Dr. Hudson war Wunsch-Kandidatin von Eichler und hat ein brillantes Statement gehalten. Sie wird auch die internationalen Interessen im Vorstand übernehmen.

- Schatzmeister: Dr. Rupert Ebner, Kampfabstimmung, 180 Ja-Stimmen, Silke Schneider, bisherige Amtsinhaberin wurde mit 143 Nein-Stimmen nicht wieder gewählt. Damit wurde niemand, der mit dem bisherigen Vorstand verbandelt war, gewählt. Wir stehen vor einem wirklichen Neuanfang. Ebner ist Tierarzt, ohne Finanzfachmann zu sein, jedoch mit Verbandserfahrung. Hat in der Vorstellung die Wiedersprüche seiner Kandidatur aufklären können. Wunschkandidat von Eichler.

- 1. Beisitzer: Sebastian von Kloch-Kornitz, ein junger, über aus sympathischer Idealist, der im Vorstand das ideelle Gewissen sein wird und seine Unerfahrenheit sehr bald hinter sich lassen wird. Er war kein Wunschkandidat; wurde aber von Eichler mit warmen und herzlichen Worten willkommen geheißen. Von Beruf ist er Verwaltungsfachwirt, mit Kinderprojekten erfahren und betraut.

- 2. Beisitzer: Dr. Hanns E. Kniepkamp. Gestandener Bauer, aus der Grünen Bewegung kommend. Wunschbesetzung, arbeitet intensiv im Bereich der biologischen, nachhaltigen Landwirtschaft und an/mit Archeprodukten.

Der Vorstand, und das ist neu, setzte sich im Anschluss an die Tagung zur konstituierenden Sitzung zusammen. Da ich direkt hinter Eichler in der Versammlung saß, hatte ich Gelegenheit mich mit ihm hin und wieder auszutauschen. Ich glaube, wir haben mit diesem Vorstand seit Jahren einen Vorstand, der zwar SFD konservativ führt, aber das Vereinsklima, das völlig darnieder liegt, wieder herstellen wird. Am Vormittag sah es so aus, dass die Versammlung den Mittag nicht überstehen würde. Die Versammlung wurde gegen 18 h in Eintracht ohne weiteren Streit vom neuen Vorsitzenden Dr. Eichler geschlossen.
Es war keine Gelegenheit gegeben, die wichtigen Satzungsänderungen "Gemeinnützigkeit und Delegiertenversammlung" zu behandeln. Es wird im 1. HJ noch eine Ordentliche MG-Versammlung folgen, um diese für den Verein so lebenswichtigen Fragen endlich abzuarbeiten.
Manfred Meimberg
Stellv. Leiter CV Mittleres Ruhrgebiet

Donnerstag, 25. Februar 2010

Schneckentreff am 31. März: Stammtisch in Bochum


Die Mitglieder des Initiativkreises haben sich entschlossen, am 31 März eine eigentlich alte SF-Sitte auch in unserem Convivium aufleben zu lassen: einen "CV Mittleres Ruhrgebiet-Stammtisch". Dabei geht es um ein zwangloses Beisammensein ohne besondere Tagesordnung. Als Lokal wurde der „Ratskeller“ in Bochumer Rathaus ausgewählt. Es wird für uns der Gewölbekeller geöffnet. Wer etwas essen möchte, kann aus einer Karte mit modernen regionalen Gerichten auswählen. Der "Ratskeller" liegt zentral und ist gut zu erreichen. Weitere Informationen finden Sie hier und hier.
Schauen Sie doch mal rein in unseren Internetauftritt und klicken Sie auf "Stammtisch", und Sie sehen und lesen mehr zu diesem Thema.
Übrigens: Der Initiativkreis sucht weiterhin Mitarbeiter, die das Programm unseres Conviviums mitgestalten möchten.
MVO

Dienstag, 16. Februar 2010

Vorbereitung auf das "Gastmahl Türkisch"

Am 26. Februar findet im Restaurant "Tablo" in Essen das "Gastmahl Türkisch" statt. Anmeldung hier. Zur Vorbereitung sei die Internetseite "KochDichTürkisch" empfohlen, besonders der Post "Döner macht schöner" und die darin angegebenen Links.

Montag, 1. Februar 2010

Gastmahl Türkisch: Das Menü steht

Am Freitag, den 26.2., findet im Restaurant „Tablo“ in Essen im Rahmen unserer Menü-Reihe zur Küche des Ruhrgebiets das „Gastmahl Türkisch“ statt. „Tablo“-Patron Yilmaz Doğan hat folgendes Menü übermittelt.

Gang 1

verschiedene kalte Vorspeisen:
Antep ezme
Pikantes Püree aus Tomate, Paprika, Zwiebel, Petersilie und Knoblauch
Çerkez tavuğu
Pürierte Hähnchenbrust mit Walnuss und Brot
Şak Suka
Orientalisches Gemüseallerlei mit Tomatensauce
Haydari
Fein gewürztes Püree aus Joghurt, Petersilie, Dillspitzen, Pfefferminz und Knoblauch
Humus
Kichererbsenpüree mit zerstoßenem Sesam und Butter
Enginar salatası
Artischockensalat mit Fenchel und spezieller Vinaigrette

Gang 2

Manti
Kleine Maultaschen gefüllt mit Hackfleisch und Gemüse auf Joghurt mit Tomaten- Butter- Basilikumsauce


Gang 3

wahlweise

Seytan Balığı
Seeteufel vom Grill auf Tomaten- Basilikumsauce, dazu Spinat und Kartoffeln

oder

Ali Nazik
Lammrückensteakstücke auf pürierter Aubergine mit Joghurt
verfeinert mit Tomaten-Basilikumsauce


oder

Şili soslu Tavuk dolması
Hähnchenbrust mit Püree aus Hähnchen, Scampi und Basilikum gefüllt auf Chili-Honig-Sahnesauce, dazu Reis

oder

Imam Bayildi
Aubergine mit Tomate, Paprika, Pinienkernen, Zwiebel und Knoblauch gefüllt – aus dem Backofen, dazu Reis


Dessert

verschiedene Alternativen aus der türkischen Küche:

Kazandibi
Milchdessert mit Zimt karamellisiert
Baklava
Blätterteigdessert eingerollt mit Pistazien und Zuckersirup
Kabak tatlısı
Kürbisdessert mit Walnuss in Zuckersirup

Preis pro Person: 35,00 €

Weinempfehlungen:
Weißwein:
Cankaya Kavaklidere Trocken
Elegant, mild, frisch mit feinen Obstaromen
(19,50 €)

Rotwein:
Kavaklidere Selection Trocken
Lebhafte, kraftvolle und dichte Beerenaromen
(32,00 €)

Bitte melden Sie sich hier an.

Infos über das Restaurant "Tablo" finden Sie hier und hier.

Rückblick: Schneckentreff "Kniffte, Stulle, Butterbrot"

Bei der Vorbereitung: Monika Johannes-Vorbrugg, Kai Figge von G Data, Jochen Hoss

Am 27. Januar traf sich das Convivium „Mittleres Ruhrgebiet“ erstmalig zum Schneckentreff in den Konferenzräumen der Academy der Fa. G Data AG in Bochum. Auf Anregung von Monika Johannes-Vorbrugg hatten uns Kai Figge, Mitbegründer der Software-Firma, und G-Data-Mitarbeiter Udo Strauch eingeladen. Beide sind leidenschaftliche Feinschmecker und Verfechter von handwerklich hergestellten Lebensmitteln. G Data ist Fördermitglied von Slow Food.

Jochen Hoss hält den Vortrag
Auf dem Programm stand das Butterbrot, „die unterschätzte Vollmahlzeit“. Aus dem anregenden Vortrag von Jochen Hoss erfuhren wir, dass Butterbrote bereits in der Antike bekannt waren in Form von Fladenbroten. Das Butterbrot, wie wir es kennen, konzentriert sich vor allem auf den germanischen Sprachraum. Die vornehmere Schwester ist das Schnittchen oder Kanapee oder in der Luxusvariante das dänische Smörrebrot.
Das Butterbrot ist deshalb eine Vollmahlzeit, da es alle notwendigen essenziellen Zutaten enthält: Kohlehydrate: als Brot (sozusagen die Grundlage), Butter, Schmalz oder Margarine als Fett; Marmelade, Honig: als Aufstrich, Eiweiß: als Käse, Wurst, Aufschnitt, Quark oder Eier; Rohkost: meistens nur als Garnitur wie Salat, Tomaten, Obst oder Gurke. Die Zusammenstellung lässt der Phantasie freien Lauf. Sicherlich kann sich jeder an seine eigene Kindheit erinnern, mit seinen oft abenteuerlichen Butterbrot - Kombinationen.
Nach dem Vortrag kam alles auf den Tisch, was zu einem guten Butterbrot gehört. Verschiedene Vollkornbrotsorten kamen aus der Bochumer Vollkornbäckerei Hutzel, Käse lieferte Käse-Jörg vom Bochumer Wochenmarkt. Die Wurst kam vom Archehof Ibing in Wetter und von einem Privatmetzger aus seiner kleinen Manufaktur im Sauerland. Den Tee steuerte Eugens Tee- und Gewürzhandel, Herne bei, und die hervorragenden Weine wurden uns aus dem Keller der Fa. G Data serviert.
Wir saßen im großen Konferenzraum in einem großen Karree gegenüber, was der lebhaften Kommunikation sehr förderlich war.
Im Laufe des Abends wanderten die Teilnehmer immer wieder und fanden sich zu neuen Diskussionsgruppen zusammen. Wir würden uns sehr freuen, wenn wir in Zukunft wieder hier zu Gast sein könnten.
Wir danken Monika Johannes-Vorbrugg für die Idee und Durchführung der Veranstaltung, Jochen Hoss für die ausgewählten Teesorten und für die launige Rede zum Thema und last not least den beiden Gastgebern Kai Figge und Udo Strauch.
Manfred Meimberg

P.S.: Eine weitere Beschreibung dieses gelungenen Abends können Sie anschauen im Blog "Genussbereit" unseres Mitglieds Peter Krauskopf. Klicken Sie hier.

Brot aus der Vollkornbäckerei Hutzel